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Die Original-Illustrationen und -verse aus dem Struwwelpeter-Bilderbuch finden sich auch im CD-Booklet des Kammerorchesters Basel wieder.

ProgrammZeitung aus dem Märzheft 2021, S. 17

Struwwelpeter 2.0

Sabine Knosala

Das Kammerorchester Basel holt mit seinem Hörspiel die bekannten Geschichten von Heinrich Hoffmann aus dem 19. Jahrhundert in die Gegenwart.

Es ist kein leichter Stoff, den sich ein Quartett des Kammerorchesters Basel für sein neues Hörspiel vorgenommen hat. Im Bilderbuch «Struwwelpeter» aus dem Jahre 1845 verhalten sich Kinder nicht so, wie sie sollten und werden dafür vom Leben hart bestraft: Paulinchen spielt mit den Zündhölzern und verbrennt, der Suppen-Kaspar will seine Suppe nicht essen und verhungert, Robert geht trotz Sturm nach draussen und wird mit seinem Regenschirm vom Wind davon getragen. Die Botschaft ist klar: Kinder, macht, was man euch sagt, sonst kommt es nicht gut. Damit gibt das Bilderbuch den Zeitgeist Mitte des 19. Jahrhunderts wieder, als Kinder vor allem eins sein mussten: gehorsam. 

Geschaffen wurde der «Struwwelpeter» vom Frankfurter Arzt und Psychologen Heinrich Hoffmann: Als dieser kein geeignetes Weihnachtsgeschenk für seinen damals dreijährigen Sohn fand, schrieb er kurzerhand selber ein Buch und illustrierte es – mit grossem Erfolg. Die zehn kurzen und fantasievollen Geschichten wurden in viele Sprachen übersetzt und bereits im 19. Jahrhundert unzählige Male adaptiert und parodiert.

Einordnung dank Kommentaren.

Wie geht nun also das Kammerorchester Basel mit diesem historischen Erbe um? Einerseits konzentrieren sich Eva Miribung (Violine, Banjo), Georg Dettweiler (Violoncello), Konstantin Timokhine (Horn) und Jan Wollmann (Trompete) rund um Regisseurin Salomé Im Hof auf den humorvollen und kreativen Aspekt des Buches. Andererseits setzen sie auf Einordnung: Nach den Geschichten kommen jeweils ein Erzähler und mehrere Kinder zu Wort, die sich über das eben Gehörte austauschen. Beispielsweise erklärt der Erzähler, als ein «kohlpechrabenschwarzer Mohr» vorkommt, dass man das heute nicht mehr so sagen dürfe. Oder es wird die Frage aufgeworfen, warum der Vater beim Essen ein Machtwort spricht, während «die Mutter blicket stumm, auf dem ganzen Tisch herum»? Schön sind auch die Kommentare der Kinder, die oft ihre ganz eigenen Gedanken haben: Zum «Hanns Guck-in-die-Luft», der in einen Wassergraben fällt, meint ein Kind, es müsse auf dem Schulweg auch gut aufpassen, und man solle nicht so viel aufs Handy gucken. Die junge Zuhörergruppe findet es auch nicht traurig, dass Robert weggeweht wird: «Vielleicht fliegt er ja in die Ferien?», so ein kindlicher Kommentar.

Musikmix sorgt für Lebendigkeit.

Der grösste Trumpf des Hörspiels liegt aber in der Kernkompetenz des Kammerorchesters Basel: der Musik. Die Handlung wird musikalisch untermalt, zwischen den Geschichten ertönen Stücke und teilweise werden die Verse sogar gesungen. Für die Arrangements und eigenen Kompositionen verwendeten die vier Musikerinnen und Musiker nicht nur Auszüge klassischer Werke verschiedener Jahrhunderte wie Monteverdis Oper «L’Orfeo» oder Richard Wagners «Fliegender Holländer», sondern auch Tango-, Reggae- oder Jazzklänge, was für Lebendigkeit und Tempo sorgt.

Fazit: Dank der gelungenen Verbindung von Sprache, Musik und Kommentierung ist der «Struwwelpeter» in der Gegenwart angekommen. 


CD «Ein Quartett des Kammer-orchester Basel singt und spielt
Struwwelpeter – eine (haarige) Geschichte»: Solo Musica, 2021
Das Hörspiel ist auch digital erhältlich (Spotify, Deezer,
Amazon Music, Apple Music) 
www.kammerorchesterbasel.ch/struwwelpeter


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