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Ehre für «Volunteer» des Schweizer Regie-Duos Anna Thommen (3.v.l.) und Lorenz Nufer (5.v.l.), Foto: zVg

ProgrammZeitung aus dem Juniheft 2020, S. 8

Filmpremieren während der Corona-Krise

Sabine Knosala

Was passiert eigentlich mit Kinofilmen, die während
des Lockdowns im Kino angelaufen wären? Die ProgrammZeitung hat bei Filmemachenden, Filmverleihenden und Kinobetreibenden nachgefragt.

Die Doku «Volunteer» des Schweizer Regie-Duos Anna Thommen und Lorenz Nufer hatte letztes Jahr bereits den Publikumspreis am Zurich Film Festival und den Basler Filmpreis gewonnen und wurde dieses Jahr an den Solothurner Filmtagen gezeigt. Im Frühling hätte der Film über Freiwilligenhilfe für Bootsflüchtlinge in Griechenland dann im Kino anlaufen sollen, doch daraus wurde nichts mehr: Wegen der Pandemie wurden die Kinos geschlossen und die Filmstarts abgesagt. «Wenn man einen Film produziert hat und dann nicht mal weiss, ob er jemals im Kino laufen wird – das ist hart», erinnert sich Thommen. Sie fügt hinzu: «Wir haben drei Jahre Arbeit investiert, und der Film ist auch aus einem persönlichen Engagement entstanden, um die Situation der freiwilligen Helfenden einem grösseren Publikum nahezubringen.»

Das kann Nicole Biermaier vom Verleih First Hand Films aus Zürich, der «Volunteer» betreut, gut nachvollziehen: «Ist ein Film fertig produziert, stehen die Regisseure und Regisseurinnen in den Startlöchern, um vors Publikum zu treten. Sie wollen die Reaktionen der Zuschauenden spüren.» Dazu komme die Angst, ob es der Film je ins Kino schaffen werde. «Dann ist von meiner Seite viel Einfühlungsvermögen und Verhandlungsgeschick gefragt», so die Filmverleiherin. 

Bei First Hand Films fielen insgesamt vier Filmstarts der Corona-Krise zum Opfer. Ob und wann diese nachgeholt werden können, ist noch unklar, denn der Lockdown brachte die bisherigen Abläufe in der Filmbranche total durcheinander. Normalerweise wird der Starttermin eines Films vom Filmverleih in Absprache mit den Filme-machenden ungefähr sechs Monate vor dem Start grob festgelegt. Wichtige Kriterien sind dabei Jahreszeit, Inhalt des Films, Filmfestivals und andere Filmstarts. Dann beginnen die Gespräche mit relevanten Kinobetreibenden, bis man sich schliesslich auf einen Starttermin geeinigt hat. 

Dieses System wird durch die Corona-Krise komplett ausgehebelt, da niemand mit Sicherheit sagen kann, wie lange der Lockdown noch dauern wird. Am 27. Mai (und damit nach Redaktionsschluss der ProgrammZeitung) will der Bundesrat entscheiden, ob die Kinos ab 8. Juni wieder öffnen dürfen. «Nichts ist planbar», fasst Biermaier zusammen. Für First Hand Films eine schwierige Situation, hat die Firma doch für die vier Filme je eine Laufzeit von rund drei Monaten budgetiert und das Geld für die Werbung bereits ausgegeben. «Dieser Einnahmeverlust lässt sich nicht mehr reinholen», so Biermaier.

Pro und Contra Online-Lancierung.

Also einfach eine Online-Filmpremiere durchführen und die Aktivitäten ins Internet verlagern, wie es in vielen anderen Kulturbereichen passiert? «Das ist für uns kein Thema», sagt Biermaier, «Filme wie «Volunteer» mit einer klaren Botschaft müssen vors Publikum. Sie leben vom Diskurs.» So waren ursprünglich allein für «Volunteer» insgesamt 23 Begleitveranstaltungen mit Anna Thommen geplant. Daneben gebe es aber auch finanzielle Gründe: So erhält ein Arthouse-Film nur Fördergelder des Bundes, wenn er auch im Kino läuft. «Zwar haben Vertretende der Filmbranche den Bundesrat um eine Änderung des Systems gebeten, doch lässt sich diese nicht so schnell realisieren», so die Filmverleiherin. Dazu kommt: Der Preis, den das Publikum im Internet für das Anschauen eines Films bezahlt, ist deutlich tiefer als der Eintritt ins Kino. Will heissen: Filmemachende und Verleihfirmen verdienen weniger. 

Auch Tobias Faust, Geschäftsführer der Kultkinos in Basel, meint: «Der Heimkinomarkt ist nicht der Ort, um einen Film zu lancieren.» So seien die Zuschauerzahlen im Kino unter anderem entscheidend dafür, ob ein Film auf dem Heimkinomarkt Erfolg habe. Faust ist in der komfortablen Lage, dass die Kultkinos mit www.myfilm.ch auch eine eigene Streaming-Plattform besitzen und somit beide Kanäle nutzen können. In den letzten zwei Monaten konnte er mehrheitlich Filme aufschalten, die bereits einmal im Kino waren. «Gerade für Filme, die vor der Corona-Krise nur ganz kurz gelaufen sind, ist das eine gute Möglichkeit, da das Geld für eine nochmalige Lancierung im Kino in der Regel fehlt», so Faust. Ein Beispiel dafür ist «Mare», der am 12. März anlief, bevor am 13. März der Lockdown
begann. Mit «Cittadini del mondo» und «Switzerlanders» fanden in den letzten zweieinhalb Monaten aber auch zwei echte Online-Premieren statt.

Poker um Filmstarts.

Nun beginnt mit der geplanten Öffnung der Kinos erneut der Poker um die Filmstarts. Dabei buhlen  Kinoproduk-tionen mit abgesagten, abgebrochenen und regulär geplanten Starts um die beliebten Herbsttermine. «Je
mehr Filme auf dem Markt sind, desto grösser ist die Auswahl für uns», freut sich Faust. Andererseits fühlten
sich die Kultkinos aber auch verpflichtet, alle guten Filme zu zeigen. Ob es dann jedoch für alle Produktionen Platz haben wird, steht noch in den Sternen. Der Grund: Durch die Corona-Krise kommen die Kinos an ihre physikalischen Grenzen. «Durch die Schutzmassnahmen werden wir unsere Kapazitäten herunterfahren müssen», erklärt Faust. Das belastet auch Regisseurin Anna Thommen: «Diese Situation ist für mich mit vielen Unsicherheiten verbunden», meint sie.

Für «Volunteer» sieht es momentan jedoch recht gut aus. Der Film soll voraussichtlich im September in die Kinos kommen. «Nun heisst es Daumen drücken!», so Thommen.

 

 

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