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Sowie zahlreiche weitere
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Ein Traum von Trauben: das Weinbaugebiet von Lavaux am Genfersee, © MySwitzerland.com

ProgrammZeitung aus dem Sommerheft 2020, S. 29

Auf «Kultour» durch die Schweiz

Tilo Richter

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah: Elf Ziele mit Unesco-Welterbe-Label sind eine Sommerreise wert.

Das, was in der Schweiz zum Unesco-Welterbe zählt, ist breit gefächert. Insgesamt gibt es elf Stätten, die als Kultur- oder Naturerbe auch touristisch interessant sind: Vom Entlebuch, das als «Wilder Westen» von Luzern gilt, über die Burgen ob Bellinzona bis zum Stiftsbezirk von St. Gallen mit seiner einzigartigen Bibliothek. Eine Reise führt nicht nur in andere Regionen, sondern mitunter auch in andere Zeiten. So ist eine Fahrt mit der Rhätischen Bahn zu Albula und Bernina auch eine Begegnung mit den unglaublichen Leistungen jener, die diese beeindruckende Bahnstrecke mit knapp 200 Brücken und 55 Tunnels erdacht, und jener, die sie erbaut haben. Fährt der Zug etwa übers Landwasser-Viadukt, braucht man eine gehörige Portion Ignoranz, um dem majestätischen Gleisbogen und den mächtigen Pfeilern keinen Blick zu gönnen. Das zu Recht ausgezeichnete Bahnmuseum Albula in Bergün allein ist Anlass genug, die Fahrt zu unterbrechen. Und wenn man schon dort ist, muss man ins Hotel Kurhaus von 1906 schreiten und sich die Zeit nehmen für einen Aperitif in feinstem Jugendstil-Ambiente.

Auf den Spuren Karls des Grossen.

Wer bis in einen der östlichsten Zipfel der Schweiz vordringt, gelangt im Clostra Son Jon in Müstair zur der im 8. Jahrhundert erbauten Klosterkirche mit dem weltweit umfangreichsten und besterhaltenen frühmittelalterlichen Zyklus von Wandbildern. Wo bis heute Klosterfrauen leben, können sich Gäste der Einkehr und/oder dem Fasten widmen. Wer erdgeschichtlich noch weiter zurückreisen möchte, wird auf dem Monte San Giorgio fündig: Im südlichsten Tessin birgt er die versteinerten Skelette von Fischen, Meeressauriern und Landreptilien. Zudem finden sich hier versteinerte Pflanzen und wirbellose Tiere aus der Zeit des Mittel-Trias vor 245 bis 230 Millionen Jahren. Eine Auswahl davon zeigt das Fossilienmuseum in Meride. In der Romandie belegen La Chaux-de-Fonds und Le Locle ihre herausragende Bedeutung für die aus dem hochentwickelten Manufakturwesen gewachsene Uhrenindustrie – was sich bis heute an ihren Stadtbildern ablesen lässt.

Zwei Häuser von Le Corbusier.

Der Schweizer Le Corbusier (1887 bis 1965) zählt – ungeachtet seiner umstrittenen politischen Standpunkte – zu den einflussreichsten Architekten und Gestaltern, Stadtplanern und Kunsttheoretikern des 20. Jahrhunderts. Kaum ein anderer prägte diese Epoche so radikal wie er.
17 der von ihm entworfenen Gebäude sind seit 2016 Teil des Welterbes, darunter auch zwei sehr verschiedene Häuser in der Schweiz: die Villa «Le Lac» von 1923 in Corseaux am Genfersee und das wenige Jahre später entstandene Wohn- und Bürohaus «Immeuble Clarté» in Genf. In beiden Projekten spiegeln sich Le Corbusiers neue Ansätze für architektonische Entwürfe, etwa freie Grundrisse und Fassadengestaltungen, der Dachgarten als Lebensraum oder liegende Fenster. Enge Bezüge zu Le Corbusiers «machine à habiter» sind unverkennbar. «Le Lac» und «La Clarté» sind öffentlich zugänglich und lohnen eine Reise an den sommerlichen Lac Léman. Einmal in der Region unterwegs, ist die kultivierte Natur der Weinberg-Terrassen im Hinterland von Montreux und Lausanne ganz nah: Mit 800 Hektaren Rebfläche ist Lavaux das grösste zusammenhängende Weinbaugebiet der Schweiz – und Unesco-Welterbe. Der Sommer 2020 scheint ideal, um sich das bekannte Unbekannte selbst zu erschliessen, ohne in die Ferne zu schweifen: Thunersee statt Tennessee, Bellinzona statt Barcelona, Maloja statt Mallorca, Ballenberg statt Tafelberg, Blausee statt Côte d’Azur oder Emmental statt Gouda. Die Schweizer Welterbestätten sind zugegeben keine Geheimtipps – sonst hätten sie vermutlich das begehrte Label nicht erhalten. Wichtiger aber als das Etikett ist die persönliche Aneignung. So kann man angemessen mit diesem Erbe umgehen.

Unesco-Welterbestätten in der Schweiz: www.whes.ch
Le Corbusiers Villa «Le Lac»: www.villalelac.ch
Bahnmuseum Albula: www.bahnmuseum-albula.ch

 

 

Highlights

Highlight Sommerheft 2020

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75 Jahre seit Ende des Zweiten Weltkriegs: Das Historische Museum Basel beleuchtet das Leben in der Region [...]

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Highlight Sommerheft 2020

Ein Suchender zwischen Himmel
und Hölle

Am Goetheanum kommt eine konzise Neuinszenierung von Goethes «Faust»
zur Aufführung.

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Filmerlebnisse abseits
der Kinosäle

Sechs Auto- oder Open-Air-Kinos
buhlen diesen Sommer um die Gunst
der Filmfans.

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Highlight Juniheft 2020

Filmpremieren während der
Corona-Krise

Was passiert eigentlich mit Kinofilmen,
die während des Lockdowns im Kino angelaufen wären? 

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Highlight Juniheft 2020

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Nach der Wiedereröffnung haben die Kunstmuseen ihre Ausstellungen meist verlängert...

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Highlight Juniheft 2020

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Vor 40 Jahren wurde die Schweizer Gesellschaft von der «Bewegung» erschüttert. Sie wollte «alles und subito».

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Highlight Juniheft 2020

«Retten, was noch zu retten ist»

Dieser Mann gibt einfach nicht auf:
Urs Blindenbacher hält trotz Corona-Krise am Offbeat-Jazzfestival fest.

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Innehalten und Weitergehen

Die Theater der Region befinden sich im Ausnahmezustand.

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Highlight Maiheft 2020

In der Schwebephase

Das sind die Überlebensstrategien der Schau­spielenden und Regieführenden.