Spenden-Tafel

 

 

Stiftung für Medienvielfalt

 

BLKB Jubiläumsstiftung

 

 

Privatpersonen
A.B. aus Kaiseraugst
Anne-Käthi Wildberger
Armin Vogt aus Basel
Atelier für Arbeiten mit Stein
Atelier Gillmann + Co GmbH
B.A. aus Basel
B.K. & B.K.
Balz Raz
Beat Lehmann aus Basel
C. Speitel
C.M. & A.M.
Christian Sutter-Lukanow
D.D. aus Basel
Elisabeth Tschudi-Moser
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Franziska von Blarer
Hans Furrer
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J. Finsterwald
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L.B. aus Basel
Linde & Martin Meneghin
M.G.
M.M aus Basel
Marianne Mattmüller
Mathias Bonert
P. Jaccoud
P.S. aus Basel
Regula Rappo-Raz aus Basel
S. Kubli Fürst
S. Scherrer & Benedikt Marzahn
S. Strub aus Basel
S.J. & M.J. aus Therwil
Susanne Wyttenbach
V.S. aus Gattikon

 

Sowie zahlreiche weitere
anonyme Spenderinnen und Spender

 

La Ribot: ‹Happy Island›, Foto: Júlio Silva Castro

ProgrammZeitung 05/2019, S. 15

Bühne frei für alle!

Verena Stössinger

Das Wildwuchs Festival lädt zu vielschichtigen Begegnungen ein.
Eine ist lang und dünn, ein anderer klein und dick. Die dritte sitzt im Rollstuhl, der vierte hat eine Lernbehin-derung. Fred ist sogar nur eine Puppe: einen halben Meter gross, aus Stoff und nackt (in ‹Meet Fred›), doch voller Lebenshunger. Und das Mondkind, das aus dem Staub entstand, den ein ‹Mondmädchen› ausspuckte, nachdem sie Neil Armstrongs Verliebtheit kräftig durchgekaut hatte, fühlt sich (im Stück ‹Mondkind›) in der Mondgesellschaft fremd.
Ihnen und anderen ‹Aussenseitern› begegnen wir in der diesjährigen Ausgabe des Wildwuchs Festivals, das wieder individuelle Vielfalt zeigt, Erwartungen und Stereotypen befragt und deren Grenzen erkundet und löchert. Theater, Tanz und Performance sind die Gefässe, in die das zehn-tägige Angebot an internationaler integrativer Kunst dabei gefüllt wird; keine Jammerkunst und kein Mitleidheischen – im Gegenteil. «Gefragt wird vielmehr: Was können diese Menschen?», sagt Gunda Zeeb, seit 2013 die Kuratorin.
Nicht ‹nur› Behinderte ...
Das Wildwuchs Festival gibt es seit 2001 (im Untertitel hiess es damals ‹für solche und andere›). Seither hat das Integrative Theater ästhetisch und institutionell Karriere gemacht und ist auch präsenter geworden – durch das Zürcher Theater Hora etwa (schon 1993 gegründet und
seit 2012 durch die Zusammenarbeit mit Alain Platel richtig berühmt), durch die Berliner Gruppe Ramba
Zamba, diverse Festivals, das Engagement von Jana Zöll und Samuel Koch (der in ‹Wetten, dass…› verunfallte) ans Darmstädter Theater und so weiter – ist das nicht vielleicht schon zuviel des Guten?
«Ziel ist ja die Normalität», sagt Gunda Zeeb: «Dass man also gar nicht mehr über Behinderungen, Herkünfte 

oder Gender sprechen muss. Und daher kann es aus
meiner Sicht gar nicht genügend integrative Projekte im Kulturbereich geben, immer vorausgesetzt, die künstlerische Qualität überzeugt.»

Sie weitet das Basler Festival thematisch aus. Gefragt wird nach dem Sinn des Unterwegsseins (im Liederabend ‹Über Stock und Stein›), danach, wie eine Landschaft Menschen prägt (‹Happy Island›), oder wie weit die Gleichstellung
von Menschen mit Behinderung in der Schweiz realisiert
ist (‹Wer hat hier Recht(e)?›). Und in den Blick kommen auch andere Ausgegrenzte. Flüchtlinge (etwa in ‹Drama Loco›); Jugendliche auf ihrem Weg in die Gesellschaft hinein (‹Trigger of Happiness›, erarbeitet mit Basler Jugendlichen) sowie politisch Marginalisierte: Frauen in Indien (‹Be careful›) und Mosambik (‹Solo für Maria›) sowie psychisch kranke Kinder (‹Widde-widde-wie es uns gefällt›).

... und nicht nur alle zwei Jahre.
Weil Gunda Zeeb das Thema zu vielfältig und zu wichtig ist, als dass zwischen den Festival-Biennalen Gespräch und Vernetzung abbrechen, gibt es zudem seit einiger Zeit ‹Wildwuchs unterwegs›. Station gemacht wird dabei gerne an Orten, wo Menschen leben, «die nicht im öffentlichen Interesse stehen»; zunächst waren es das Männerwohn-heim der Heilsarmee und die Universitären Psychiatrischen Kliniken, der Raum unter der Rheinbrücke, die Kunsthalle und das Pflegehotel St. Johann. Die laufenden Projekte
sind in der Markthalle und im Roxy zu Gast. 


Zwei unterschiedliche Formate werden aktuell angeboten: die ‹Abendschule Import› im Roxy, wo Menschen aus anderen Ländern und Kulturen ihr, wie es im Programm heisst, «gereistes Wissen» mit uns teilen und damit als Experten-Persönlichkeiten sichtbar werden. Und die Reihe ‹Notwendige Geschichten› in der Markthalle; da präsen-tieren Schreibende ihre Texte, «Menschen, die nicht berühmt sind, die man noch nicht kennt, die man selten hört und kaum liest». Die Abende werden vom Kollektiv Balsam jeweils live illustriert. Aber als Höhepunkt und Hauptsache des Wildwuchs-Engagements gibt es jetzt vor allem wieder ein Festival.

•  9. Wildwuchs Festival: Do 23.5. bis So 2.6., diverse Orte,
     www.wildwuchs.ch

•  Ausserdem Partnerfestivals: Integrart, Zürich; Beweggrund, Bern;
    Out of the Box, Genf; Orme, Lugano


Highlights

Highlight Septemberheft 2019

Eine Hochburg der Ästhetik

Das Vitra Design Museum feiert
seinen 30. Geburtstag.

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Highlight Septemberheft 2019

«Hier stehen wir nun!»
Das 10. BAFF-Festival zeigt aktuelles Figurentheater.

 

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Highlight Septemberheft 2019

Raum erzeugt Klang, Klang
kreiert Raum

Das Festival ‹ZeitRäume Basel› verbindet zeitgenössische Musik und Architektur.

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Sich ans Bild heranschleichen

Der Südafrikaner William Kentridge
gibt Einblick in sein vielfältiges Werk.

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Highlight Sommerheft 2019

Zum Glück ganz nah

Seit zehn Jahren ist der
Zirkus Fahraway unterwegs.

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Highlight Sommerheft 2019

Bühne frei für Diversität

Das Open Air Basel wird zur
10. Ausgabe noch vielfältiger.

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Highlight aus 06/2019

Raum und Zeit zum Zuhören

Ein Langzeitprojekt von Mats Staub beleuchtet ‹Death and Birth in My Life›.

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Highlight aus 06/2019

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Die ‹photo basel› stellt einen reichen Bilderfundus aus.

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Highlight aus 06/2019

Politisch pointiert

Das 9. Bildrausch Filmfest lädt zu besonderen visuellen Erlebnissen ein.

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Highlight aus 05/2019

Eulen- und Menschenliebe

Ausstellung mit Werken des Grafikers
und Malers Celestino Piatti.