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Sowie zahlreiche weitere
anonyme Spenderinnen und Spender

 

Victor Papanek, ‹Tetrakaidecahedral›, 1973–1975,
©James Hennessey und Universität für angewandte Kunst Wien, Victor J. Papanek Foundation

ProgrammZeitung 12/2018, S. 22

Der Bessermacher

Michael Baas

Das Vitra Design Museum präsentiert Victor Papanek.

Macht Design die Welt besser? Victor Papanek (1923–1998) hätte das bejaht. «Ich betrachte Design als Werkzeug für politischen Wandel», sagte er 1970 einem schwedischen TV-Sender. Der 1939 wegen seines jüdischen Backgrounds aus Wien in die USA emigrierte Austro-Amerikaner dachte gesellschaftliche Dimensionen in allem mit. Dennoch geriet er nach seinem Tod schnell ins Abseits. Eine Ausstellung in Weil lenkt den Blick wieder auf diesen Pionier eines kriti-schen Designs.

Eine rote Linie in Papaneks Denken ist Konsumkritik. Sie wurzelt nicht zuletzt in der Gegenkultur der 1960er-Jahre, der Epoche, in der sich Papanek eta-blierte. Die Drähte in dieses Milieu bis hin zu Henry Miller, dessen rebellischer Gestus Papanek zeitlebens nahe war, zeigt der erste Raum in einer grossformatigen Installation auf. Dies deutet an, dass es dem Gestalter stets um mehr ging als schöne Formen und die Verpackung des Funk-tionalen. Im letzten Saal vergegenwärtigt ein Poster der US-Künstlerin Sheila Pinkel mit Lexikonauszügen schliess-lich den Wandel, den der Begriff Konsument seit 1962 erlebte: In nur 17 Jahren bis 1979 verdrängte das Bild des mündigen Verbrauchers, der aufgeklärt konsumiert, all das Zerstörerische, Ressourcenverzeh­­r­ende, das dem Begriff bis dahin auch innewohnte.

Sozialer Wandel durch Design?

Eine biografische, museal aufgebaute und mit Zeitge-schichte angereicherte Chronik illustriert weitere Mosaik-steine von Papaneks Kosmos. Diese Spots spiegeln auch Designgeschichte nach 1945: von den Entwürfen günstiger Do-it-yourself-Möbel, wie Ikea sie später erfolgreich kommerzialisiert hat, bis zu dem 1971 erschienenen Werk ‹Design for the Real World›, einer ‹Bibel› all jener, «die sozialen Wandel durch Design» befördern wollen, schreibt die Direktorin der Papanek-Foundation, Alison Clark, im Katalog.

Andere Stationen beleuchten weitere zentrale Ideen dieses Apostels alternativer Ansätze. Da wird an Alltagsprodukten die Definition des Normalen hinterfragt, da gehts auch um Design für Kinder und Teilhabe. All das ist verknüpft mit rund 20 zeitgenössischen Arbeiten des Social und Critical Design, die Papaneks Ideen weiter-denken. Ein Beispiel ist Thomas Thwaites ‹Toaster Project›, ein ziemlich erfolgloser Versuch, einen rund fünf Euro teuren Toaster nachzu­bauen. Das wirft nicht nur die Frage auf, wie so billige Produkte möglich sind, sondern auch, ob es sinnig ist, die Welt mit Billigware zu fluten. Auch Tomás Saracenos schwebende kugelförmige Netzstruk-turen, die das Zusammenwirken verschiedener Systeme betonen und auf die Balancen hinweisen, die solche Konstrukte brauchen, um stabil zu bleiben, schaffen Links zu Papaneks Verständnis vom Designer als Mittler und Mediator multidisziplinärer Ansätze. Doch lässt sich die Welt damit besser machen? Das scheint naiv. Aufgeben aber wollen die Ausstellungsmacher diese Perspektive nicht. Als Schlusspunkt präsentieren sie die ‹Antarctica Flag› von Lucy und Jorge Orta als Symbol eines Territo-riums, das allen gehört und Folie einer Utopie ist, die sich gestalten lässt, designbar ist.

♦  Victor Papanek, ‹The Politics of Design›: bis So 10.3.,
    Vitra Design Museum, Charles Eames-Str. 2, Weil am Rhein.
    Täglich 10–18 h. Katalog ca. CHF 60 Weitere Ausstellungen,
    Veranstaltungen und Publikationen unter
www.design-museum.de


 

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