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Bühnenausschnitt ‹Così fan tutte›, Foto: Valentin Köhler

ProgrammZeitung 11/2018, S. 13

Liebesexperiment

Carmen Stocker

‹Così fan tutte› ist als Kammerversion in
Dornach zu erleben.
Mozarts Bühnenstücke haben einen festen Platz auf den Spielplänen im Neuen Theater. Nach ‹Die Entführung aus dem Serail› (2005), dem Da Ponte-Mozart-Medley ‹Da Ponte in New York› (2015) und ‹La clemenza di Tito› vor zwei Jahren folgt nun ‹Così fan tutte›. 

«Mozarts Opern kann man besonders gut für ein kleines Haus mit rund 200 Sitzplätzen als Kammerversion gestalten», so Georg Darvas, Regisseur von ‹Così› und künstlerischer Leiter des Theaters. So wird beispielsweise der Orchesterapparat reduziert und der Chor weggelassen. «Die irrsinnig abwechslungs- und farbenreiche Musik soll dabei keinerlei Einbussen erleiden», unterstreicht Bruno Leuschner, musikalischer Leiter der Produktion, der für Dornach eine eigene Orchesterfassung erstellt hat. Es singen Maya Boog, Jardena Flückiger, Gerardo Garciacano, Bettina Gfeller, Sylvia Heckendorn, Daniel Reumiller und Remy Burnens, begleitet vom Da Vinci Orchestra. Auf den Einsatz historischer Instrumente wird verzichtet.

Im Hier und Jetzt.
«Auf der Bühne will ich heutige Menschen mit realen Gefühlen sehen, keine gekünstelten Operngefühle. Denn die letzte der drei Opern, in der Mozart ein Textbuch von Lorenzo da Ponte vertont hat, zeigt eine hochmoderne und subtile Tragikomödie über die komplexe Natur der Liebesbeziehungen zwischen Mann und Frau», betont Darvas.

Zum Inhalt: Ein älterer Philosoph zweifelt an der Tugend-haftigkeit der beiden Verlobten seiner zwei Freunde Guglielmo und Ferrando. Die Männer stellen ihre Liebsten auf die Probe und versuchen übers Kreuz, die jeweils andere zu verführen. Das Experiment des Partnertausches nimmt seinen Lauf. Doch je weiter dieses voranschreitet, desto ungewisser wird, wohin das führt. Je verworrener und undurchsichtiger die Beziehungen zwischen den Figuren werden, desto mehr bröckelt auch die Szenerie in Dornach. Das zeitlose Bühnenbild zeigt im ersten Akt eine riesige Mauer. Im zweiten Akt finden sich die Figuren in einem «abstrakten Seelenraum – einem Albtraum der Gefühle» (Darvas) – wieder. Von der Bühnendecke hängen lange Fäden, die als Projektionsflächen für Lichteffekte und Aktionen mit Live-Kameras genutzt werden. 

Am Ende des Stückes wird eine Doppelhochzeit einberufen. Doch wer heiratet nun wen? Dem Textbuch ist nicht zu entnehmen, welche Paare schliesslich zusammenfinden. Wie die Oper in Dornach ausgehen wird, will auch Darvas noch nicht verraten. Wir dürfen gespannt sein.

 

♦ ‹Così fan tutte› bis Fr 4.1.2019, Neues Theater, Dornach 

 

 

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